![]() Liebe Freunde der Sennenberg-Fotos |
Sehr lange ist es her, seit wir zuletzt von unseren Foto-Abenteuern berichtet haben… Iiiiirgendwann werden wir bestimmt unsere vielen Fotos aus dem wunderschönen Engadin aufbereiten – versprochen! Aber heute soll's um einen anderen Flecken Erde gehen: Wir verbrachten im September nämlich zwei Wochen in den USA und fuhren mit dem Wohnmobil von Seattle via Glacier National Park, Yellowstone National Park, Grand Teton National Park und Rocky Mountain National Park bis nach Denver. ![]() Zugegeben: von unseren Safaris in Afrika sind wir natürlich ein wenig verwöhnt in Sachen Tierbeobachtungen. Aber auch diese Reise hielt für uns unvergessliche Begegnungen mit Tieren bereit. Besonders eindrücklich und berührend waren diese Begegnungen immer dann, wenn wir zu Fuss durch die Nationalparks wanderten. Es ist ein völlig anderes Gefühl, ob man direkt am Strassenrand zusammen mit 30 anderen Schaulustigen eine Schwarzbärin mit ihren Jungen beobachtet (obschon das natürlich auch ganz wunderbar ist!), als wenn man bereits zwei Stunden auf einem einsamen Pfad gewandert ist, den Bärenspray als einziges Verteidigungsmittel am Gurt trägt und plötzlich zwei Grizzly-Bären keine 30 Meter neben dem Weg entdeckt! Das war ein Abenteuer! Und ein echter Glücksfall, denn eigentlich beträgt die erlaubte Mindestdistanz zu Bären 100 Yards (das sind gut 90 Meter) – das wussten diese beiden Grizzly-Damen allerdings nicht. Zusammen mit fünf anderen Wanderern durften wir die beiden Bärinnen dabei beobachten, wie sie mit ihren Lippen die kleinen Beeren von den Büschen pflückten und frassen, um sich vor dem Winterschlaf eine dicke Fettschicht anzulegen. Die Bärinnen sahen immer wieder in unsere Richtung, zeigten aber keinerlei unsicheres oder gar aggressives Verhalten. ![]() Ein weiteres Highlight erlebten wir am schönen Trout Lake im Yellowstone National Park. Frühmorgens spazierten wir ganz allein zum See hoch, um die schöne Morgenstimmung zu fotografieren. Glücklicherweise hatten wir an der zweiten Kamera das Teleobjektiv montiert, denn plötzlich kam ein einsamer Elch-Bulle angetrabt und watete am gegenüberliegenden Ufer bis zum Bauch in den See. Nach wenigen Minuten verliess er das Wasser bereits wieder. Er wirkte auf uns sehr nervös und unruhig. Wir hatten nicht den Eindruck, dass er sich durch uns gestört fühlte; wahrscheinlicher ist, dass er die Auseinandersetzung mit einem anderen, kapitaleren Elchbullen fürchtete. Schliesslich trabte der Elch mit ausladenden Schritten und in hohem Tempo davon und war so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht ist. Wir Glückspilze! ![]() Auch auf einer unserer ersten Wanderungen erlebten wir sehr besondere Momente. Zusammen mit Dutzenden anderen Besuchern spazierten wir im Glacier National Park vom Logan Pass Richtung Hidden Lake. Als wir die Aussichtsplattform über dem Hidden Lake erreicht hatten, fragten wir uns, ob es sich wohl lohnen würde, noch ein Stück weiter zu gehen. Bis zum Hidden Lake würden wir es aus Zeitgründen sowieso nicht schaffen. Glücklicherweise entschieden wir uns dafür, weiter zu gehen – denn einerseits riss der Besucherstrom direkt hinter der Aussichtsplattform abrupt ab und zweitens warteten zwei tierische Begegnungen auf uns! ![]() Einige Meter vom Wanderpfad entfernt entdeckten wir in einem Geröllfeld einen Vielfrass. Er stand hechelnd zwischen den Steinen und hatte sich zuvor offenbar angestrengt. Nach einigen Minuten sahen wir auch den Grund für die Anstrengung: vor dem Vielfrass lag ein totes Gelbbauchmurmeltier, das der grosse Marder offenbar zuvor erlegt hatte. Der starke Vielfrass nahm das Murmeltier zwischen die Zähne und verschwand damit hinter den Felsen am Ende des Geröllfeldes. ![]() Während wir ganz auf den Vielfrass fokussiert waren, hätten wir beinahe den Auftritt einer Schneeziege verpasst! Direkt hinter uns, vor der Kulisse des Hidden Lakes, stand sie plötzlich da mit ihrem flauschigen weissen Fell und den schwarzen, glänzenden Augen. Sie näherte sich uns bis auf wenige Meter und liess sich viel Zeit, so dass wir sie gut fotografieren konnten. ![]() Schliesslich überquerte die Schneeziege den Wanderweg und ging zielstrebig über das grosse Geröllfeld. In rund 300 Meter Entfernung begann die Geiss, eine steile Felswand zu erklimmen. Durch den Feldstecher und das Teleobjektiv konnten wir beobachten, wie sicher sie sich in den Felsen bewegte und schnell an Höhe gewann. Und dann gab es plötzlich diesen speziellen Moment, als ich «wusste», dass sie gleich springen würde. Ohne grosse Vorwarnung sprang die Schneeziege aus dem Stand von einem Felsen zum nächsten – und ich hatte das Glück, genau im perfekten Moment abzudrücken und diesen Sprung festzuhalten (in der Fotogalerie gibt's das Bild natürlich grösser): ![]() Wir hätten natürlich noch viel mehr zu erzählen. Zum Beispiel davon, dass wir während fünf Tagen in Folge Wetterpech hatten und sogar einen kleinen Wintereinbruch im Yellowstone erleben mussten bzw. durften, der dazu führte, dass wir Bisons im Schneetreiben fotografieren konnten. Oder davon, dass unser grosser Wunsch, wild lebende Wölfe zu sehen, zwar in Erfüllung ging, dass wir die beiden schwarzen Wölfe allerdings bei Dämmerung und in relativ grosser Distanz erblickten, so dass wir diesen besonderen Moment leider nur unzureichend fotografisch festhalten konnten. Oder wir könnten euch von der Elchkuh im Glacier National Park erzählen, die seelenruhig Wasserpflanzen frass, während ihr Junges kläglich jammerte und versuchte, die Mutter aus dem Wasser zu locken… Oder wir könnten euch erzählen, wie wir auf einer Wanderung im Lamar Valley plötzlich durch ein Fauchen aufgeschreckt wurden und wie wir einige Sekunden brauchten um zu realisieren, dass dieses eigenartige Wesen, das mit angelegten Ohren flach wie ein Pfannkuchen über einem Loch im Boden lag und uns sehr mürrisch anschaute, ein Silberdachs ist. Oder wir könnten vom «Indian Summer» schwärmen und davon, dass wir trotz zeitweiligem Wetterpech durchaus auch Wetterglück hatten und besonders den Grand Teton National Park in leuchtenden Herbstfarben bewundern durften. |
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Übrigens hat uns das Camper-Feeling sehr gut gefallen. Für uns war's eine Premiere aber ganz bestimmt keine Derniere. Im Grand Teton Nationalpark fragte uns ein Fotograf, der sein Stativ direkt neben unserem Camper aufgebaut hatte, ob dies unser «tiny little house» sei. Und genauso fühlte es sich tatsächlich an! Es ist doch herrlich, wenn man unterwegs sein und Neues entdecken kann und gleichzeitig immer auch das Zuhause mit dabei hat. ![]() Allein Bailey hat uns natürlich auch auf dieser Reise sehr gefehlt. Umso schöner war für uns alle drei die glückliche Wiedervereinigung nach unserer Rückkehr. |